Geistlicher Impuls

Beitrag zum Erntedankfest 2020

Der Tag der Regionen stellt das diesjährige Erntedankfest unter das Motto „verwurzelt – weltoffen – klimabewusst“. Diese Wahl ist nahezu prophetisch. Als Themenlied passt dazu eine sehr bekannte Melodie und ein Text von Kathi Stimmer-Salzeder, dessen Titel lautet: „Dieses Leben haben“. Es bringt die drei Themenschwerpunkte des Tages der Regionen zum Tragen:

  • Verwurzelt: „Samenkorn in guter Erde streckt den Keim, die Wurzel aus, immer neues Leben werde, tausendfältig bricht es auf.“
  • Weltoffen: „Hoffnung bricht in unser Leben, wenn die Liebe uns berührt, und ich ihr ganz hinzugeben, ist, was uns zum Glück hinführt.“
  • Klimabewusst: „Regen tränkt die Mutter Erde, Sonne wärmt und hellt den Tag, Stürmen heißt es widerstehen und was sonst uns drohen mag.“

Es ist zwar eine andere Reihenfolge in den Strophen, als Kathi Stimmer-Salzeder sie vorgelegt hat, und doch liefern diese drei Strophen den Dreiklang des Tages der Regionen 2020.

Zunächst bedarf es einer Überprüfung, ob die Grundlagen stimmen, ob das, was wir Menschen tun, wirklich „verwurzelt“, ja „erdverbunden“ und damit „zukunftsträchtig“ ist. Wenn es vom Grund her nicht stimmt, dann werden auch keine guten Früchte wachsen. Nur etwas, das im Herzen des Menschen verwurzelt ist, hat die Chance, handlungsleitend zu wirken. Dann „bricht“, so wie es im Lied heißt, „neues Leben … tausendfältig … auf.“

Sodann gilt: Dort, wo Liebe das Herz des Menschen berührt, wo er bzw. sie sich der Liebe hingibt, wie es in der folgenden Strophe heißt, „ist (das), was uns zum Glück hinführt.“ Diese Liebe ist allmächtig und ohnmächtig zugleich. Und es bleibt uns Menschen nichts anderes übrig, als an dieser Liebe unbedingt festzuhalten – bedingungslos und offen für die ganze Welt. Denn die Liebe ist die einzige Überlebenschance für diese unsere Erde, für unsere Mitwelt, ja für das gesamte All.

Schließlich wissen wir: Regen, Sonne und Stürme sind der Rahmen, in denen Leben sich entwickelt. Ohne Wasser, ohne Licht und ohne Luft gibt es kein Leben. Und doch können alle drei Elemente im Spiel der Kräfte überfordern – quasi über uns hereinbrechen. Wer nicht „klimabewusst“ denkt und handelt, muss mit manchem rechnen. Papst Franziskus schreibt dazu: „Die Natur missbrauchen bedeutet, die Vorfahren, die Brüder und Schwestern, die Schöpfung und den Schöpfer zu missbrauchen und dadurch die Zukunft aufs Spiel zu setzen.“ Klimabewusst handeln bedeutet in seinem Sinne, aufzuhören, weiter die Adern unserer Mutter Erde aufzuschneiden.

Josef Mayer, Petersberg

 

 

Bereitet dem Herrn den Weg

 

Bereitet dem Herrn den Weg, das heißt:

 

Offenwerden für IHN,

                          für seine Liebe

                                                    zu mir

                                                    zu den Menschen

                                                    zu seinem Vater.

 

Offenwerden für die Stille, 

                                       in der er mich beschenkt,

                                       sich schenkt,

                                       alles austeilt, was er zu geben hat. 

 

Ebnet ihm die Straßen, das heißt,

                Abwerfen von Ballast

                                           belastenden Dingen,

                                           unnötigen Fragen,

                                           sinnlosem Grübeln.

 

Ausräumen von Verstopfung,

                              Überfüllung

                              zu hoher Reizfrequenz.

 

Einräumen von Zeit, zum Zuhören und zu achtsamem Wahrnehmen.

Wer sich so öffnet und aufräumt,

bei dem kann ER ankommen,

ja bei dem kommt ER auch an!

 

(Josef Mayer)